Ortenaukreis

Elke

Elke Lichtblau-Reitter
Unterdorfstr.13
77963 Schwanau/Ottenheim

Der Reitterhof ist ein traditioneller Bauernhof, gelegen im Ried in der Oberrheinebene, zwischen Lahr und Offenburg. Seit über 300 Jahren betreibt die Familie Reitter, in Ottenheim, inzwischen ein Teil der Gemeinde Schwanau, ihre Landwirtschaft.
Unser Schwerpunkt ist Rinderhaltung, Ackerbau und seit 2006 Energieerzeugung mit Hilfe unserer Biogasanlage und eine Photovoltaik-Anlage.

Solange der Landwirtschaftliche Betrieb besteht gibt es einen Bauerngarten, zur Versorgung der Familie mit frischem Gemüse, Kräutern und Blumen. Im Jahre 1998 wurde der Garten von seinem angestammten Platz, gegenüber dem Wohnhaus, neben einer Straße, auf den Hofacker hinter den Hofgebäuden neu angelegt. Dort hat er sich prächtig entwickelt und sorgt nach wie vor für frisches Gemüse und Kräuter.

Ab dem Jahr 2014 wurde die Anbaufläche für die Erzeugung von Kräutern, für die Kräutermanufaktur „Kräuterland Baden-Württemberg“ um ca. 800qm erweitert. Umsorgt und gepflegt wird der Gemüse und Kräuteranbau von der Bäuerin persönlich, mit Unterstützung der ganzen Familie und auch, bei gewissen technischen oder baulichen Aufgaben, wie Trockenraum einrichten, Beregnung installieren und Bodenbearbeitung, von unseren Mitarbeitern.

Elke Lichtblau-Reitter
 

Hanna

So kam ich zur Kräutermanufaktur

Schon immer hat mich das Wunder fasziniert, das geschieht, wenn ein Same keimt und eine Pflanze daraus wächst, die uns Nahrung, Gesundheit oder Schatten spendet.
Die Natur war mir immer ein guter Helfer und Zuhörer.
Nach meiner Bäckerlehre entschied ich mich deshalb dazu, eine Gemüsegärtnerausbildung zu machen. Die Faszination für das Brotbacken ist nach wie vor vorhanden, doch kitzelte der Mehlstaub in der Nase und der Acker rief mich. Ich wollte mit meinen Händen in der Erde graben. Wegen der gesundheitlichen Entwicklung meiner Tochter brach ich die Ausbildung nach einem Jahr ab. Ich hatte jedoch schon einiges über Gemüsepflanzen und deren Anbau gelernt. Deshalb pachtete ich zusammen mit meinem Freund ein großzügiges Gartenstück am schönen Kaiserstuhl. Dort konnten wir gemeinsam unsere Freude am Gemüsebau stressfrei ausleben. Unsere Familien, Freunde und uns selbst konnten wir mit herrlichem Gemüse beschenken. Ich bin diesem kleinen Fleckchen Erde sehr dankbar, für all das, was es uns in diesem einen Sommer gegeben hat.

Durch einen dieser glücklichen Zufälle, die keine Zufälle sind, habe wir die Möglichkeit bekommen, am Rande von Offenburg ein kleines, altes Bauernhäuschen mit Ackerflächen und herrlichem Erdkeller sehr günstig zu pachten. Deswegen kehrten wir dem Kaiserstuhl den Rücken, um uns in dieser sonnigen Weinbaulandschaft nieder zu lassen. Hier haben wir auch die Möglichkeit, Tiere zu halten. Ein paar Hühner im Garten, ein paar Schafe auf den Streuobstwiesen, eine Katze zum Mäusefangen.
Nicht nur für mich bedeutet dies eine wundervolle Möglichkeit viele Erfahrungen zu sammeln und ein Leben zu führen, so weit wie möglich unabhängig vom Supermarkt. Auch für meine Tochter ist es mir wichtig. So viele Kinder können heute nicht mehr den so bedeutenden Kontakt zu Natur aufbauen. Welche Freude, eine Möhre, aus der Erde zu ziehen und sie sogleich zu verspeisen!

Durch noch einen dieser wunderbaren Zufälle hörte ich just in dem Moment von einem Kräutercoaching, als ich mir wünschte, mehr über Kräuter zu erfahren. Ich wusste nur, dass es um Kräuteranbau und deren Trocknung ging. Dies alles sollte kompetent vermittelt werden und am Ende wohl ein Kräutertee entstehen. Motiviert und gespannt ging ich zum ersten Treffen. Ich fing sofort Feuer, für die Idee einen so hochqualitativen Kräutertee mit herzustellen. Zuvor hatte ich zwar ab und zu Kräuter getrocknet, über die Qualität von Tee, den optimalen Erntezeitpunkt und vieles mehr wusste ich jedoch recht wenig. Das würde sich nun ändern!

So konnte ich Teil sein der Entstehung der Kräutermanufaktur und dies freut mich sehr! Ich bin sehr gespannt auf ‚unseren ersten Sommer’ und die vielen tollen Kräuter. Ich rechne mit vielen Hindernissen und kleinen sowie größeren Katastrophen. Aber wie könnten wir sonst lernen?
Ich freue mich auf den Anbau und darauf, nach soviel Theorie die Kräuter nun auch persönlich kennen lernen zu dürfen. Und natürlich freue ich mich auch schon darauf, den nächsten Winter mit dampfenden Tassen von wunderbarem Tee zu verbringen.

Hanna Heidemann